Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

( i38) 
Guter Thaten sich bewußt 
Ist der Bettler reich. 
Glücklich durch die reine Brust, 
Groß, und Fürsten gleich. 
Unschuld und Zufriedenheit 
Macht das Leben süß, 
Und durch reine Zärtlichkeit 
Vlühts zum Paradirß. 
Im Pallast und auf dem Mors 
Kann man glücklich seyn, 
Doch, nur in der Unschuld CchooS 
Schmeckt die Freude rein- 
Loder. 
Wunsch eines Ehmanns 
bey seiner Frauen Grabe. 
ch» 
oroh war' ich, wenn ich dich im Himmel 
bey mir hakte: 
Blieb deine Zunge nur in dieser Ruhestätte. 
Tobias Dick. 
An 
( IZ9 ) 
An Lycen. 
<■> 
^Tägliche Erfahrung spricht: 
Kurz währt unser Leben! 
Drum, o Lyce, .säume nicht, 
Mir dein Herz zu geben- 
Jetzo, weil noch frisches Blut 
Dir in Adern quiüet, 
Und ein sorgenfreyer Muth^ 
Deine Brust erfüllet. 
Weil dein Herz noch fähig ist, 
Zärtlichkeit zu fühlen, 
Und dein Mund noch feurig küßt 
Bey den Minnespielen; 
Weil noch deine Hände glühn, 
Männer liebzukosen, 
Und noch auf den Wangen blühn 
Lilien und Rosen; 
Weil
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.