Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Gesagt, und auch geschehen! 
Nicht einer lies sich sehen, 
Der je um sie gefreit. 
Zn jenen Biederzciten, 
Da fand man bey den Leuten 
Noch Unverbrüchlichkeit. 
Wie dauern mich die Mädchen! 
Noch mehr das liebe Städtchen, 
Denn da gabs große Noth - 
Bey vierzig Jungfern starben, 
Die übrigen verdarben, 
Und beteten sich todt. 
Der bösen Schminke wegen 
War nun kein Ehesegen 
Im armen Stadtlein mehr: 
Denn wenn nicht mehr auf Erden 
Aus Mädchen Weiber werden, 
Wo nimmt man Kinder her? —■ 
Rührt' ich zu Schreck und Thränen 
Mit meinem Stück die Schönen, 
War's aller Ehren wehrt. 
Daß cs auch Früchte bringe, 
Das hieße : guter Dinge 
Heut allzuviel begehrt. 
I- G- Zimmermann 
Neuer Zusatz zu dem Liede: 
Ohne Lieb' und ohne Wein ec. 
ä^anin gebricht in Kana Wein 
Auf dem Hochzeitfeste, 
Und anstatt vergnügt zu feyn, 
Gähnen alle Gäste. 
Geig' und Waldhorn schlafen ein, 
Stumm sind Tanz und Lieder: 
Doch der frische Kofcherwein 
Bringt die Freude wieder. 
Rr.
	        

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