Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Doch J'st, noch zu jung an Jahren, 
Giebt nichts auf seine Zärtlichkeit. 
In kiebesspiekcn unerfahren , 
Flicht ße) Wenn er ihr naht , und 
schreit. 
Oft hütet Ilse, leicht bekleidet, 
In Mornschatten hingelegt, 
Die Wiese, wo Frau Jo weidet, 
Die unterm Hals ein Klsckchm trägt, 
Linst um die späte Vesperstunöe 
Schleicht Hanse! schalkhaft an den Ork, 
lind lockt, trotz ihr rrnö ihrem Hunde, 
Lin Rind- mit stimm Klöckchen, fort. 
Sie weiß von nichts; treibt mit. dem 
v Wehe 
Ganz sorglos drauf dem Stalle z«. . 
Die strenge Mutter zählt die Kühe, 
£> weh l da fehlet chne Kuh. 
Vnd 
Und hurtig muß sie Ilse suchen; 
Doch Häusel ist im Walde wach. 
Tief schallt das Klöckchen in den Buchen: 
Und Ilse läuft dem Klange nach. 
Sie kauft und läuft ganz ausgelassen; 
Und als sie athemlos und warm, 
Run endlich glaubt ihr Rind zu fassen, 
Wird sie umfast von Hansels Arm. 
Taub ist der Wald und blind die Eiche; 
Vergebens sträubt sie sich und schreit. 
Ihr Mädchen, meidet die Gesträuche,*) 
Und wagt euch nicht allein zu weit. 
Rf. 
E 7 Stos. 
*) lleiler, des lieux deserts redoiucz Je 
filcncc. 
Dieses ist ter Schluß der Besse unter dem oben 
enrehmen Kupferfirch. Herausgeber.
	        

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