Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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> V 
Herr Ritter, nein! dies Rädchen, 
Erwiederte das Mädchen, 
Dies Rädchen laß ich nicht: 
Will lieber Tugend haben, 
Als alle goldne Gaben, 
Die mir ihr Mund verspricht. 
Mich schmücket dieses Bändchen 
LEs wies mit seinem Händchen 
Aufs Büscnbändchen hin) 
Wohl mehr a!S Gold und Seide; 
Denn köstliches Geschmeide 
Ziemt keiner Spinnerin. 
Doch weil Sie Gnade haben, 
So will ich Ihre Gaben 
Für Arme hier erflehn: 
Mein Nachbar gleich hieneben 
Hat Kinder, nichts zu leben! 
O wenn Sie's sollten sehn! 
Und sonst war hier im Lande, 
Kein Mann in bessern» Stande, 
Roch fleißiger, als der: 
Sein Glück und Wohlergehen 
War eine Lust zu sehen, 
Und ach! nun hungert er! 
Schön waren seine Heerden'; 
Er fuhr mit muntern Pferden: 
Sein Hof gericth ia Brand ; 
Da ward dies allzusammen 
Ein Raub der wilden Flammen, 
Und öde liegt sein Land! 
Herr Ritter, Sie gewähren — 
Hier hemmt ein Strom von Zähren 
Des Mädchens.gutes Wort: 
D-'r Ritter , husch! in, Wagen, 
Befahl davon zu jagen, 
Und plötzlich war er fort. 
D; Wenn
	        

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