Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Ms sie kaum allsgesungen; 
Da kam daher gesprungen 
Ein Ritter jung und fein: 
So fleißig? — Ja! zu dienen. 
Will man sein Brod verdienen, 
Muß »ran wohl fleißig seyn. 
Dein Brod! du liebes Mädchen! 
Mit einem Spinnerädchen? 
Und Wänglcin doch so roth! 
Hast Eltern noch ? — Ach keine! 
Für -mich bin ich alleine: 
Früh nahm sie mir der Tod. 
Doch spür' ich nichts als Seegen 
Auf allen meinen Wegen; 
Denn Mangel leid' ich nicht; 
Ein Mädchen, will es spinnen, 
Kanu leicht so viel gewinnen, 
Daß ihrs an nichts gebricht- 
Der Ritter: Höre Mädchen! 
Laß dieses Spinnerädchen, 
Und schenk dein Herzchen mir: 
Sollst Schätze dir gewinnen, 
Will dir ein Leben spinnen, 
Ein Fürstenlcben, dir! 
Im schönsten meiner Schlößrr > 
Das groß, und wohl noch größer, 
Als dieses Dörfchen ist, 
Das Wall' und Graben zieren, 
Sollst du allein regieren, 
Wenn du gefällig bist. 
Sollst gehn in lauter Seide, 
Sollst tragen ein Geschmeide 
Von Perlen und von Gold; 
Und was du wirst begehren, 
Wird man dir da gewahren: 
Nur, Mädchen, sey mir hold! 
D 4 Herr
	        

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