Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Vögel zwitschern aus der Hecke 
Mir ihr frohes Lied dazu; 
Leichter wird mirs dann, ich schmecke 
Hohen Frieden, Engelsruh; 
Denk' an alles, was auf Erden 
Meines Lebens Wonne ist, 
Und vergesse die Beschwerden 
Dieser Welt, Betrug und List; 
Traume mich in Unschuldsweltcn,' 
Wo nur Lieb und Treue lacht, 
Nicht des Heuchlers Ränke gelten, 
Nicht die Schmähsucht schielend wacht. 
Jeglichem Gefühl erweitert 
Meine ganze Seele sich, 
Milde schau' ich und erheitert 
Dann mit Liebesblick um mich; 
Und in stille Freudenthranen 
Lost sich auf der innre Drang. 
O für alle diese Scenen, 
Kleine Laube, habe Dank! 
Dorothea Wehrs. 
Die f 
Die junge Spmncriu. 
Ein Mädchen holder Mienen, 
Schön Aennchen faß im Grünen 
Am Rädchen, spann vergnügt, 
Und sang: Ich sann nicht sagen, 
Wie schnell an manchen Tagen 
Die liebe Zeit verfliegt. 
Mein Tagwerk zu vollenden, 
Ist nur ein Spiel den Handen; 
Oft findet mich' schon früh 
Die liebe Sonne munter, 
Und geht sie Abends unter, 
Bin ich noch wach wie sie. 
Wer Arbeit nur nicht scheuet, 
Und sich des Lebens freuet, 
Dem lacht der Himmel zu; 
Drum sitz' ich junges Mädchen, 
Und trill' und tritt’ ein Fädch-n, 
Und sing' ein L>ed dazu. —> 
D 3 
Als
	        

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