Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Nun gab's ein Zeter Mordio: 
Du, Bankert von Cytheren? 
And Dardanus dein Ahnherr? So? 
Ich will dich's besser lehren! 
Nein! Caucasus hat dich erzeugt, 
And Tyger haben dich gesäugt: 
Rtinraus muß ich es sagen- 
Wie ? hab' ich nicht den Lumpenhund, 
Der in mein Reich gekommen, 
Ich nehme gar kein Blakt vor'n Mund, 
Wohlthätig aufgenommen? 
Ich setzte gar den Hnrensohn, 
Das Gott erbarm! auf meinen Thron! 
Nun wird mir's schön belohnet! 
Da schwatzt er gar von dem Befehl 
Des Zeus, und andern Sachen, 
Vom Herrn Papa: bey meiner Seel! 
Darüber muß man lachen! 
Herr Zeus, meinst du, bekümmre sich 
Um dich? das glaubst du Schürt? um dich ? 
Pack dich! Glück auf die Reift! 
Aeneas sahe nun wohl ein, 
Bey so gestallten Sachen 
Würd' es das allerbeste seyw- 
Sich bald davon zu machen. 
Postpferde wurden nun bestellt, 
Die Herrn Philister auch geprellt, 
Und drauf feldein gegangen. 
Die gute Königin entsagt 
Don nun an allen Freuden, 
Sie härmt sich ab, sie weint, sie klagt, 
And liefet Werkhers Leiden. 
Das Leben ward ihr ganz verhaßt, 
Zn eng ihr herrlicher Pallast, 
Der Tod, wie Honig, süße. 
Sie dachte stets an Dolch und Strick, 
An Gift und an Ermorden: 
Nun wäre wohl zu gutem Glück 
Aus allem nichts geworden: 
Wenn der gcfchaft'ge Satanas 
Nicht ihr hätt' ohne Unterlast 
Gcz igt den Arbeitsbeutel. 
V 5 D
	        

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