Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Der Hundsfott will so »»gescheut 
Mit seinen Liebeshändeln 
Bey einem Weib die edle Zeit 
Zum Tag hinein vertändeln? 
Fort ans Karthago! sagt's ihm nur, 
Sonst soll er f- gut! Herr, sprach Merkur, 
Und sattelt ferne Mähre. 
Bald kam er in Karthago an, 
Und ließ sich bey dem Helden, 
Der sich so eben angethan, 
Durch einen Pagen melden. 
Man ließ ihn ein. Bons Dies, sprach er, 
Durch mich sagt Ihm Herr Jupiter 
Sich aus der Stadt zu packen. 
Hier seh' Er den Befehl. Ade! 
Merkur geht ab. Verloren 
Bin ich! ruft unser Held, o weh! 
Wie bin ich doch geschoren! 
Ich armer Korydon muß fort! 
Verlaßen ach! den lieben Ort! 
Dem Himmel sey's geklaget! 
Was war zu thun? Der Königinn 
Gleich den Befehl zu sagen? 
Kannt' er nicht den verliebten Sinn, 
Und durft er's drum wohl wagen? 
Nachdem er lang herum gedacht, 
Ward von ihm auf's Tapet gebracht, 
Ganz still sich fortzumachen. 
Doch ehr's Aeneas sich versah, 
Kam's zu der Dido Ohren, 
Und, wie's zu gehn pflegt, wurde da 
Manch süßes Wort verlohren. 
Bleib doch, mein liebes Schäzchen, hier, 
Sprach Dido, hast's ja gut bey mir, 
Ich hab ja noch nichts Kleines. 
Madam, versetzt' er, das ist gut, 
Doch muß und soll ich reisen, 
Ob mir es gleich sehr wehe thut, 
Herr Zeus hat michs geheißen. 
Des Nachts sogar steht mein Papa 
Anchises ganz leibhaftig da, 
Und zupft mich bey den Ohren.
	        

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