Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Frau Fama voller Aug' und L>Hr 
Ließ sich's nicht zweymal sagen, 
Drühheiß bracht sic's dem Jarbas vor. 
Der Donner soll drein schlagen! 
Rief der ergrimmte Herr Rival: 
Der Teufel hohl! Das ist fatal! 
Doch wart, ich will euch kriegen! 
Ich hab manch Nebhun und Phasan 
Dem Jupiter geschenket, 
Ich weiß gewiß, daß er daran, 
Wenn ich ihn brauche, denket, 
Daß er mich an dem Jungfernknecht, 
An dem Trojan'schen Hundsfott rächt, 
Ihn mit dem Blitz kalbastcrt! 
Run setzt' er eine Bittschrift auf 
Gepropft mit bittern Klagen, 
Und diese ward in vollem Lauf 
Zu Jupitern getragen. 
Zween Haasen wurden wohlgespickt 
Mit der Suppliqur überschickt, 
Wie auch ein Rehebraten. 
Der 
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Der Bittschrift Inhalt aber war: 
Aeneas sey gekommen, 
Hab' ihm die schön« Dido gar 
Vor'm Maule weggenommen: 
Und das Petitum war dabey: 
Der Jmplorat Aeneas sey 
Aus der Poßeß zu setzen. 
Zeus sah nach deutscher Richter Art 
Auf Haasen , Rehebraten, 
Und fand er solche jung und zart, 
So war's gewiß, sie thaten 
Auch ihre Wirkung, wie man dann 
Hier ein Exempel sehen kann, 
Und andre, alle Tage. 
Gleich ward dem Suchen defenrk, 
Zeus nach Virgilens Sage 
Brüllt: Geht Merkur, insinuirt 
Aeneen diese Klage: 
Ist er bey Dido auf dem Schmauß, 
So nagelt sie ihm an das Hauß, 
lind kommt fein bald zurücke, 
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