Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Frau Dido aber war allein 
Fein langsam unter allen r 
Und dieß konnt' auch nicht anderst seyn, 
Sie wollte ja gefallen. 
Sie that, was jede Schön« thut,! 
Und dachte: Steht mir dieses gut? 
Steht jenes mir nicht besser? 
Der Neapolitaner stund 
Und scharrte mit den Füßen: 
Der Kammerherr spielt mit dem Hund 
Die Zeit sich zu versüßen. 
Ein rascher Jäger spricht: Man steht 
Hier wie Mazfoz l die Zeit vergeht!, 
Das ist um grau zu werden! 
Nun traft die Königin hervor 
Mit einem großen Trabe, 
Und schwang sich zu dem Hengst empor^ 
Ein kleiner Edelknabe 
Blickt seitwerts unter ihren Rock; 
Und nun geht's über Stock und Pflock 
In voller Carriere. 
Drauf gieng es nun die Kreuz die Queer 
Mit schrecklichem Getümmel 
Schnell über Schwein' und Hirsche her: 
Der arme Baurenlümmel 
jWard von den Jagern coujonirt, 
Und ohn' Erbarmen abgeschmiert, 
Wenn er nicht recht getrieben. 
Doch unterdessen zogen sich 
iDie Wolken schon zusammen, 
Und plötzlich rollten fürchterlich 
iDie Donner unter Flammen. 
'Der Hagel schlug noch oben drein, 
iUnd daß dabey kein Spaß kann seyn, 
! Läßt sich wohl leicht erachten- 
Hals über Kopf trollt jeder fort, 
j'S war lustig anzusehen, 
Der eine hier, der andre dort, 
Dem Wetter zu entgehen. 
Man rennt, man lauft, der Jäger flucht 
Die Schwerenoth, und jeder sucht 
Für sich ein sichres Oertgen, 
P j B 
Aeneas
	        

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