Full text: Frankfurter Musenalmanach (1781)

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Ach! Schwester Aenchen, fieirg flr an 
Mit Schluchzen und mit Weinen: 
Da muß Aeneas Lobesan 
An meinem Hof erscheinen! 
Was das ein Kerl! Was der gethan! 
Wie tapfer! O man steht's ihm an! 
Cr ist ein Göttersöhnchen. 
Hätt' ich nicht, Aenchen, schon ein Haar 
Im Ehestand gefunden, 
So glaub' ich würden wir rin Paar r 
Ich fühl die alten Wunden- 
Ja, war lich, möcht' ich wieder freyn, 
So müßt' es Herr Aeneas seyn: 
Ein andrer, Pros't die Mahlzeit! 
Doch nein! ehw in den Feuerpfuhl 
Mag Vater Zeus mich schicken» 
Eh ich so bald den Wittwenstuhl 
Mit Leichtsinn will verrücken. 
Sag mir, was spräche wohl dazu 
Sichäus seel'ger? meinest du, 
Den würd' es nicht verdrießen? 
Drauf 
Drauf fiel ihr Schwester Aenchen ein: 
Du bist ein kleines Närrchen! 
Noch jung bist du, und so allein? 
Dein Schatz ein feines Herrchen? 
Was schiert's den Todten? Laß ihn ruhn! 
Du kannst, was dir beliebet, thun, 
Dem Feind ins Fäustgen lachen- 
Sprich, werden in Aeneas Arm 
Eekuler dich kuranzen? 
Da muß selbst der Barcäer Schwarm 
Nach deiner Pfeiffe tanzen. 
Denk, liebe Schweller Dido, denk, 
Pygmalion kriegt dann die Kränk, 
Und läßt dich ungehuvclt. 
Der Himmel hat ihn dir geschickt: 
Bey so gestalten Sachen 
Kannst du mit ihm drin Reich beglückt, 
Berühmt und glänzend machen. 
Drum, liebe Schwester, blase doch 
Mit Herrn Aeneas in ein Loch, 
Dann wird's was schönes geben! 
Nur
	        

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