Full text: Konrad Wallenrod

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„Blickt auf die Tausende, rings um Euch her, 
„Auf Stadt und Land — ich machte sie zu nichte! 
„Hört Ihr den Sturm? Schneewolken treibt er an — 
„Dort wird erstarren Euch der letzte Mann! 
„Hört das Geheul der Hunde Ihr, das grause? 
„Sie beißen um die Reste sich vom Schmause! 
„Ich hab's gethan, der, stolz auf den Gedanken, 
„Mit Einem Stoß der Hydra Köpfe fällte, 
„Gleichwie mit Einer Säule machte wanken 
„Simson den Bau, und — drunter selbst zerschellte!" 
Rief's, schaut' hinaus, und als er niedersank, 
Dreimal im Kreis herum ein Schimmer flieget, 
Bis er zuletzt auf Konrad's Stirn sich wieget: 
Die Leuchte riß er von der Fensterbank. 
Roch glimmt ihr Kern, doch ist ihr Quell versieget, 
Bis endlich sie, zum Zeichen, daß sie endet, 
Daß immer tiefer sie ertrinkt im Dunkel, 
Den letzten, großen Strahlenkreis entsendet. 
Alf's Aug' erglänzt noch einmal, wie geblendet, 
Dann wird es weiß — es lischt des Dochts Gefunkel. 
Da plötzlich durch des Thurmes Mauern schallt 
Gedehnt ein Schrei, so jäh, so voll Gewalt, 
Ihr wißt, aus wessen Brust der Schrei gekommen: 
Die Brust, der sich solch' Klagelaut entrang,
	        

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