Full text: Konrad Wallenrod

„Im Dorf den Kindern soll's die Mutter singen, 
„Dies Lied, daraus uns in der Zeiten Lauf 
„Ein Rächer steht aus den Gebeinen auf!" 
Als finkt mit Thränen auf des Fensters Lehnen, 
Am Anblick noch zu schau'n sich satt und voll, 
Dem lieben, den er bald verlieren soll. 
Blickt lang' er auf zum Thurm mit heißem Sehnen; 
Halban umarmt er lang in banger Qual, 
Zum letzten Male sich die Seufzer einen — 
Schon klirret auf den Stein der Kettel Stahl, 
Sie rufen Alf bei Namen, und — erscheinen. 
„Dein Haupt verfällt noch heut dem Schwert, Verräther, 
„Sieh' hier den Greis: des Ordens Haus-Kaplan — 
„Die Seele läut're, stirb Gott Unterthan — 
„Zum Tod dich rüste reuig, Missethäter!" 
Konrad der Dinge harrt, das Schwert gezückt. 
Erbleichend lehnt er, tiefer stets gebückt, 
Am Fenster, wirft voll Hohn und finsterm Grollen 
Den Mantel ab, des Meisterzeichens Zier, 
Tritt sie mit Füßen, lacht — die Blicke rollen: 
„Die Sünden meines Lebens — seht sie hier! 
„Bereit bin ich zum Tod, was wollt Ihr mehr? 
„Wollt Ihr vernehmen meines Amts Berichte?
	        

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