Full text: Konrad Wallenrod

Schon durch den Kreuzgang drunten eilt die Schaar, 
Und näher stets der Schritt Bewehrter dringt — 
Schon schallt er auf der Wendeltreppe gar, 
Die ehern sich zu Konrad's Klause schwingt. 
Alf schließt die Pforte, schwankt zum Fensterrand, 
Cr zückt das Schwert, ergreift vom Tisch die Schale, 
Und füllet sie, und — leert zum letzten Male: 
„Cs ist gescheh'n! Halban, in Deine Hand!"... 
Halban erbleicht, und will den Trank, den schlimmen. 
Verschütten — plötzlich hält er ein, und sinnt: 
Stets näher schallen durch die Thür die Stimmen, 
Cr senkt die Hand... „Sie dringen ein! Geschwind!"... 
„Weißt, Alter, was der Lärm bedeuten soll? 
„Was sinnst Du? Noch gefüllt ist Deine Schale, 
„Die meine leer...Wohlan! Zum letzten Male!"... 
Anstarrt ihn Halban stumm, verzweiflungsvoll. 
„Nein, Dich auch soll, mein Sohn, ich überleben, 
„Soll bleiben. Dir die Augen schließen? Gelt? 
„Um Kunde Deiner Heldenthat zu geben, 
„Für alle Zeiten und in alle Welt. 
„Wohin mein Fuß nicht kommt, gelangt mein Lied — 
„Der Barde läßt den Rittern es erklingen, 
„Wenn er durch Litthau'ns Städt' und Burgen zieht;
	        

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