Full text: Konrad Wallenrod

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„Laß ab!... heut Abend!... Sieh! Ich kann, ich will 
„„Nicht mit Dir gehend" ... 
Alf: 
„Zu spät! Zu spät! Doch still! 
„Weißt, was ich bitt'? — Ein Blümlein Deine Hand — 
„Doch Nein! Nicht Blumen blühen ja im Grabe — 
„Vom Kleid ein Fädchen denn, vom Haar ein Band, 
„Noch heut — wer weiß, ob ich ein Morgen habe! —: 
„Ein Steinchen spend' aus Deines Thurmes Wänden! 
„Zum Angedenken möcht' ich eine Gabe, 
„Die frisch noch heut an Deinem Busen lag, 
„D'rauf frisch noch eine Thräne glänzen mag — 
„Die leg' ich auf mein Herz vor meinem Enden, 
„Mit letztem Hauch den Segen spend' ich ihr: 
„Bald soll ich sterben — stirb auch Du mit mir! 
„Siehst in der Vorstadt Du den Schießthurm ragen? 
„Da will ich wohnen, jeden Morgen steh'n 
„Im Kreuzgang, und mit schwarzem Tüchlein weh'n, 
„Ein Licht an's Gitter jeden Abend tragen! 
„Gieb immer Acht! werf' ich das Tuch hernieder, 
„Siehst Du am Fenster keines Lichtes Strahl — 
„Dein Fenster schließ! — ich kehre wohl nicht wieder. 
„Lebwohl!" — Aldona blickt zum letzten Mal 
Ihm nach, gelehnt an ihres Gitters Ständer; 
Der Morgen schwand, die Sonne schon sich neiget,
	        

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