Full text: Konrad Wallenrod

Reißt Alles von der Brust, nur nicht — das Leid. 
Der Morgen trifft ihn auf des Stadtwalls Mitten; 
Ein Schatten folgt ihm — forschend macht er halt... 
Der Schatten ihn umkreist, mit leisen Schritten 
Weht's durch den Schnee, im Wall verschwindet's bald, 
Nur „Wehe!" dreimal eine Stimm' erschallt. 
Und Alf erwacht; entsetzt ob dieses Schalles, 
Bedenkt er sich, und — Alles weiß er. Alles. 
Er zückt das Schwert und späht — Nichts ist zu sehen; 
Unsichern Schrittes schwankt er auf und ab. 
Rings ist es öd — nur durch die Furchen wehen 
Schneeknäuel hört den Sturm er, schweren Falles. 
Alf blickt zum Strand, wehmüthig bleibt er stehen, 
Um langsam endlich zu Aldona's Grab, 
Zum Thurme wieder, schwanken Schritts, zu gehen. 
Er sieht's von fern: sie schaut zu ihm hernieder, 
Und: „Guten Morgen," ruft er „Manches Jahr 
„Nur Nachts vergönnt es, uns zu sehen war — 
„Heut früh am Morgen! Das bringt Glück uns wieder! 
„Schallt doch der Gruß zum ersten Mal seit Jahren. — 
„Weißt Du, warum so früh ich kommen mag?" 
Aldona: 
„„Freund, Lebewohl... Ich mag es nicht erfahren.... 
„ „Wenn Du erkannt wirst.. Alf.. schon graut der Tag..
	        

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