Full text: Konrad Wallenrod

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„Da schallt noch nicht das Toben stolzer Sieger, 
„Noch nicht besiegter Brüder Schmerzensschrei! 
„Dort laß mit Hirten uns im Hüttchen wohnen! 
„In Deinem Arm, an Deine Brust geneigt, 
„Vergeh' ich, daß es auf der Welt Nationen, 
„Daß eine Welt es giebt, — uns leben wir!" — 
Konrad der Antwort harrt — Aldona schweigt; 
„Aldona, Gott! Uns kommt der Tag zuvor; 
„Gewähr' mir, Liebchen! Komm! Gieb Antwort mir: 
„Man wacht — der Posten hält uns fest am Thor!" — 
Die Stimme stockt; vor Ungeduld erbebend, 
Die Hände ringt er, mit erhob'nen Armen, 
Und flehentlich den irren Blick erhebend, 
Am Boden kniet er, bettelt um Erbarmen. 
„Aldona!" haucht er unter Fieberschauern, 
Umklammert, küßt — des Thurmes eis'ge Mauern. 
Klausnerin: 
„„Zu spät! zu spät!"" So ruft es bang hernieder. 
Doch ruhig. — „ „Schützen vor dem letzten Schlage 
„„Wird Gott mich! Cr giebt mir die Kräfte wieder! 
„„Den Thurm hier zu verlassen nimmermehr, 
„ „Bis an mein Grab — wie schwer ich auch es trage — 
„ „Schwur, als ich eintrat, ich an jenem Tage. 
„„Heut drängst auch Du mich wieder Gott so sehr? 
„ „Mich rufst Du in die Welt? Wen? — Nicht'ge Träume! 
„ „Thöricht Beginnen! Ging' ich darauf ein,
	        

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