Full text: Konrad Wallenrod

Diesseits — mit Helm, im Panzer, hoch zu Roß, 
Hält regungslos der Deutsche, fern vom Troß, 
Den Blick geheftet auf des Feindes Schanze, 
Die Büchse läd't er, zählt am Rosenkränze. 
Und der, wie der bewacht die flüchtige Welle 
Des Riemen, einst berühmt durch Gastlichkeit: 
So ward für sie zur Ewigkeit die Schwelle 
Er, der die Völker eint' in alter Zeit. 
Denn Niemand, unbeschadet Gut und Blut, 
Kann überschreiten die verbot'ne Muth. 
Rur dort Litthauens grüne Hopfen-Ranken 
Roch recken kühn, wie sonst, die Arme, traut; 
Von Preußens Pappel angelockt, der schlanken, 
Auf Weiden klimmen sie durch Schilf und Kraut, 
Bis sie der Kranz, hold durch den Strom gewunden, 
Auf fremdem Strand dem Liebchen hat verbunden. 
Rur Kowno's Nachtigall vom Eichwald drüben 
Litthauens Sprache, wie in alten Tagen, 
Spricht mit den Schwestern von dem Berge hüben, 
Läßt sie sich von den freien Schwingen tragen, 
Nach jenem Holm, das Gastrecht auszuüben. 
Allein die Menschen? Ach! Das ist vorbei! 
Der Krieg zerschnitt die zarten Freundschaftstriebe 
Litthauns und Preußens; manchmal nur die Liebe 
Auch Menschen noch vereint — ich kannte Zwei!
	        

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