Full text: Konrad Wallenrod

„Sie — kamen um! Siehst Du ihn dort, den Brand? 
„Lilthauen schürt' ihn an im Deutschen Land! 
„Das hundertköpf'ge Scheusal ward getroffen 
„Jn's Herz, sein Schatz, Quell seiner Macht, geleert. — 
„Ich hab's gethan, auf daß den Schwur ich löse: 
„Ein Meer von Blute floß, die Städte sind verheert — 
„So rächt sich in der Hölle kaum der Böse! 
„Mehr will auch ich's nicht, der ein Mensch ich bin: 
„In blut'gem Raub — heut sind schon andre Zeiten — 
„Die Jugend bracht' ich, ehrlos, heuchelnd hin; 
„Der Deutsch' ist auch ein Mensch! Genug der Rache! 
„Alt bin ich, müd' des Trugs, zu schwach zum Streiten — 
„Aus Litthau'n kam, von Gott erhellt, der Schwache! 
„Ich hab' das Schloß geseh'n aus Kowno's Fluren, 
„Dein Schloß, Aldona, — Schutt sind seine Spuren: 
„Abwandt' ich mich — ich sah's ein einzig Mal, 
„Und eilt' in jenes, ach! in unser Thal. 
„Ach! Alles war, wie einst an jenem Abend, 
„Der scheiden uns vor Jahren hat geseh'n: 
„Die Blumen all', das Grün so frisch und labend — 
„Mir war, wie wenn es gestern erst gescheh'n! 
„Den Stein — o, denkst Du noch des hohen Steines, 
„Noch sah ich ihn, den dicht mit Moos bedeckten, 
„Der Wand'rung Ziel, so Dein's, wie meines — 
„Kaum noch erkannt' ich den im Grün versteckten! 
„Losriß ich, wusch ihn mit der Thränen Fluthen; 
„Den Rasensitz, darauf Du Rast gemacht
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.