Full text: Konrad Wallenrod

„Als wir mit Litthau'n, Frost und Hunger kämpften schwer, 
Durch Wald und Flur allein ist er zu Roß gezogen. 
Mit Witold heimlich hat er Zwiegespräch gepflogen. 
Sein Treiben, Richter, längst schon mein Spion entdeckte: 
„Konrad zur Klausnerin dort sprach — er hört' es klar, 
„Ob er auch nicht verstand, da es litthauisch war, 
Als er am Eckthurm dort einst Abends sich versteckte. 
„Erwäg' ich, was die Späher hinterbracht 
„Uns längst in dieses Menschen Anbetracht, 
„Was heut' mir meldet mein Spion, 
„Was offen das Gerücht verkündet schon — 
„Ihr Richter, klag' ich an, den Meister frank und frei: 
„Auf Mord, Verrath, Fälschung und Ketzerei! 
Vorm Ordensbuch der Kläger niedersinkt. 
Beschwöret den Bericht mit heil'gen Eiden, 
Indeß die Hand das Crucifix umschlingt: 
Bei Gott und bei des Welterlösers Leiden! 
Die Richter prüfen ernst den Fall, den schlimmen, — 
Kaum daß ein Blick verräth, am Haupt ein Schwanken 
Etwelche tiefe dräuende Gedanken — 
Man hört nicht leis Gespräch, noch Schall von Stimmen. 
Ein Jeder nähert sich des Thrones Sitze, 
Die Blätter wendend mit des Dolches Spitze 
Vom Ordensbuch, liest er Gesetz und Pflicht, 
Und urtheilt nur, wie sein Gewissen spricht. 
Einstimmig: Wehe! dreimal rufen Alle,
	        

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