Full text: Konrad Wallenrod

Jed' Aergerniß, verborgen vor der Welt; 
Ob es der eig'ne Bruder sei, zu schonen 
Niemandes, wenn der letzte Spruch gefällt, 
Mit List ihm, oder mit Gewalt zu lohnen, 
Das Urtheil am Verdammten zu vollziehen, 
Und mit Rappier und Dolch zu richten ihn. 
Tritt ein Vermummter zu des Thrones Stufen, 
Gezückt das Schwert vorm Ordensbuch, zu rufen: 
„Gericht auf Leben oder Tod! 
„Bestätigt wird, was wir argwöhnten, nur zu sehr: 
„Der Mensch, der frech genannt sich: Konrad Wallenrod, 
„Er ist es nimmermehr! 
„Niemand weiß, wer er ist, woher er kam; zur Zeit 
„Zwölf Jahre sind es her, als von des Rheines Strande 
„Herr Wallenrod, der Graf, auszog zum heil'gen Lande, 
„In dessen Dienerschaar trug er das Knappenkleid. 
„Der Ritter Wallenrod bald irgendwo verschwand. 
„Des Mord's verdächtig war der Knappe Jedermann. 
„Aus Palästina der entrann 
„Und landet' insgeheim an Spaniens Strand. 
„In Maurenkämpfen gab von Kühnheit er Beweise, 
„Und im Turnier errang e: ehrenvolle Preise — 
„So ward als Wallenrod berühmt er, und bekannt. 
„Und endlich weiht' er seinen Schwur dem Orden, 
„Und ist, zum Unheil ihm, sein — Meister worden! 
„Wie er regierte, wißt Ihr All' vom Winter her;
	        

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