Full text: Konrad Wallenrod

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Da konnt' auf Jagd er seine Zeit verwenden; 
Wo nicht, saß Pläne schmiedend, Wallenrod, 
Im Zelt verschlossen, und in guter Ruh; 
Zum Rathe ließ er kaum die Führer zu. 
So war sein Kriegereifer abgekühlt, 
Daß, statt sich zur Vertheidigung zu wenden. 
Er, der die Thränen nicht des Volks gefühlt, 
Geträumt, mit aus der Brust gekreuzten Händen — 
Sprach er mit Halban nicht — den ganzen Tag. 
In Witold's Lager frische Kriegerschaaren, 
Das Heer umzingelnd eingefallen waren, 
Indeß schon hoch der Schnee des Winters lag. 
Des Ordens Heldenruhm, es sprach ihm Hohn 
Der Meister, der, statt Lorbeer aus dem Kriege, 
Und Beute — war er doch zuerst gefloh'n! — 
Die Kunde brachte von — Litthauens Siege. 
Saht Ihr es wohl, wie aus verlor'ner Schlacht 
Ein Heer er von Gespenstern heimgebracht? 
Sein Antlitz hat des Schmerzes Wurm umschlungen: 
Konrad ertrug es — doch in's Aug' ihm schau': 
Der Kummer hüllt die Stirn in Dämmerungen; 
Halb nur geöffnet, wirft das große Blau 
Des Auges schräg die hellen Strahlenflimmer, 
Wie ein Komet, der kündet Krieg und Roth, 
Im Ru sich wandelnd, wie bei Nacht der Schimmer,
	        

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