Full text: Konrad Wallenrod

Herströmet aus der Stadt das Volk, und wagt 
Mißlungnen Feldzugs warnende Geschichte 
Zu fragen nicht; neugierig, doch — verzagt, 
Den Rittern liest's im Blick und Angesichte; 
Schon überm Auge hing der eis'ge Tod, 
Aussaugt' das Antlitz die Harpyie — Noth. 
Hier hört man dräuend Litthau'ns Hörnerklang, 
Dort wälzt der Sturm den Schnee das Thal entlang, 
Wo schaarenweis die magren Hunde lärmen, 
Und Raben über ihren Häuptern schwärmen. 
Und Alles das hat — Konrad nur verdorben! 
Er, der sonst prahlte mit Besonnenheit, 
Der mit dem Schwert sich hohen Ruhm erworben, 
War zaghaft, unachtsam im jüngsten Streit. 
Verblendet von rachgierigem Verlangen, 
Das Heer er trieb durch Litthau'ns Steppensand, 
Vor Wilna lange Zeit er träge stand, 
Bis daß in Witold's Schlingen er gefangen. 
Als alles Vieh verzehrt, und alle Beute, 
Am Deutschen Lager schon der Hunger zehrte. 
Der Feind, der rings umher zerstreute, 
Hülfstruppen abschnitt, jeder Zufuhr wehrte. 
Als täglich starben Hunderte vor Noth, 
Als Zeit es war, mit Sturm den Krieg zu enden, 
Wo nicht, der Rückzug, dringendstes Gebot —
	        

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