Full text: Konrad Wallenrod

Ankommt die Bull', und über Länder — Meere 
Großmächt'ge Fürsten, der Vasallen Häuf, 
Unzählbar zieh'n heran die Kriegerheere, 
In blanker Wehr, mit rothen Kreuzen d'rauf. 
Und Jeder es bei seinem Leben schwur: 
Er tauft sie, oder — tilgt der Heiden Spur. 
Gen Litthau'n zieh'n sie. Was sie dort gethan? 
Drängt Dich's, zu wissen: wenn der Tag sich neiget, 
Blick' hin gen Litthau'n, klimm den Wall hinan, 
Und schau, wie bis zur Himmelswölbung steiget, 
In blut'gem Strom die Gluth mit grellem Lichte — 
Das sei Dir jenes grausen Kriegs Geschichte. 
Leicht ist die Schildrung: Raub und Brand und Schlacht, 
Und — drin der Weise nur die Stimme bange 
Erkennt, die Gott anruft im Rachedrange — 
All' jener Glanz, der Thoren Freude macht! 
Und weiter trägt den Brand des Sturmes Flug, 
Erst hört man: Kowno, Wilna sind umringet, 
Dann keine Kunde heim, kein Bote dringet, 
Stets tiefer rückt in's Land der Ritterzug. 
Schon leuchtet keine Flamme weit umher; 
Des Himmels Roth entfernt sich mehr und mehr. 
Umsonst entgegen schon die Preußen schauen, 
Umsonst nach Kunde schickt man Boten aus, 
Nach Sklaven, Beut' aus unterjochten Gauen, 
Die Boten gehen — Keiner kommt nach Haus.
	        

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