Full text: Konrad Wallenrod

Er ruft's und kehrt mit ungewissen: Schritt 
Zum Platz zurück, wirft, dräuender Geberde, 
Sich in den Stuhl, von seines Fußes Tritt, 
Sammt Wein und Bechern stürzt der Tisch zur Erde. 
Die Lippe bebt, der Blick erlischt gemach: 
So neigt er auf des Stuhles Arm hernieder 
Das müde Haupt, und, todtenbleich und schwach, 
Entschläft er wieder. 
Die Ritter staunend steh'n um Konrads Thron; 
Daß er — that er im Wein zu viel des Guten — 
Sie kennen seine schnöde Sitte schon — 
Bewußtlos wird, und flammt in wilden Gluthen — 
Doch hier beim Mahl! Solch' offne Schande heute; 
Wer sacht' ihn an? Wo ist der Sängergreis? — 
Der beispiellose Zorn! — die fremden Leute! — 
Der Greis entschlüpft', und Niemand von ihm weiß. 
Daß Halban sang, verkappt an jenem Tage, 
Um anzufeuern so zum alten Streit, 
Litthauens Lied für Konrad — ging die Sage — 
Doch Konrad's Wandlung so mit einem Schlage! 
Warum er jäh mit Witold sich entzweit? 
Und was mit der Ballade wollt' der Meister? 
Ein Jeder forscht', doch Keiner rieth's der Geister.
	        

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