Full text: Konrad Wallenrod

Und, ihn umhalsend, ihn herzend und küssend. 
Hänget er lang' ihm am Munde. 
Schwach wird er plötzlich; das Leben ihm schwindet, 
Knieend mit Jammergeberde, 
Jenem zu Füßen, den Turban er windet, 
Hinter ihm stürzt er zur Erde. 
Anstiert er Alle, mit Blicken, mit irren, 
Bleichen und bläulichen Wangen, 
Grauenhaft lacht er, die Lippen ihm schwirren, 
Blut hat die Augen umfangen. 
„Seht, o Giauren, wie bleich, wie ich keuche, 
„Wisset Ihr, wer mich entsandte? 
„Ha, ich betrog Euch — es bracht' Euch die Seuche, 
„Der von Granada sich wandte. 
„Gift in die Seel' ich Euch impfte mit Küssen — 
Gift, und das wird Euch verderben! 
Kommt nur und seht, was erdulden ich müssen — 
Also auch müsset Ihr — sterben! 
Reckt er die Arme, krümmt sich im Schmerze, 
Möchte die Spanier Alle 
Schmieden zu ew'ger Umarmung an's Herze, 
Lacht er mit herzlichem Schalle!
	        

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