Full text: Konrad Wallenrod

„Dem Jüngling folgt es nach auf allen Bahnen; 
„Manchmal erscheint es ihm bei frohem Mahl, 
„Wie des erschlag'nen Todfeinds grimme Manen, 
„Blut ihm, zu mischen in der Lust Pokal. 
„Zu spät.. Ich lauscht' dem Lied!.. Ach, nur zu viel... 
„Du siegtest!...Krieg!.. .Triumph dem Sängerblicke!... 
„Dich kenn' ich, Greis, wie Dein Verrätherspiel..., 
„So reicht mir Wein — Nicht trotz' ich dem Geschicke. 
„Ich sing' den Schluß!..Doch Nein! ..Ein andres tön': 
„Balladen lernt' ich in der Mauren Kreise, 
„Als einst gekämpft ich auf Castiliens Höh'n, 
„Stimm', Alter, an die kindlich frohe Weise, 
„Die dort im Thal... das waren sel'ge Zeiten... 
„Greis, komm zurück, bei aller Götter Heile 
„Der Deutschen ... Preußen . . . Jedes Lied begleiten 
„Kann ich mit ihr...!" Schon naht der Greis in Eile 
Und schlägt die Laute; mit unsicherm Klange —, 
Ein Sklav dem Herrn mit zorn'gem Angesicht —, 
Nur folgt er Konrad's wilderregtem Sange. 
In Schlummer lullt das lange Mahl die Ritter; 
Bei Tisch erlosch indeß das Kerzenlicht; 
Aufstehn sie; drängen sich in engem Kreis, 
Als Konrad singt und wieder schlägt die Zither, 
Und lauschen jedem Wort des Lied's mit Fleiß:
	        

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