Full text: Konrad Wallenrod

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— r, 5 — 
„Wer ist der Walter? Was sind seine Thaten?" 
Inmitten all' des Lärmens schweigend nur 
Der Meister sitzt und neigt des Hauptes Lasten — 
Ein Wechsel thut in der Gestalt sich kund: — 
Er ist erregt — er leerte bis zum Grund 
Den Becher, den nur allzu oft erfaßten. 
Gefühle mancherlei mit Blitzeslichte, 
Sich kreuzen ihm in glüh'ndem Angesichte. 
Die Lippe bebt, erbleicht; die Augen rollen. 
Scheu, wie im Sturm die Schwalbe schwirrt umher; 
Stets droh'nder auf der Stirn die Wolken grollen; 
Zur Mitte tritt, abwirft den Mantel er: 
„Wo ist des Liedes Schluß? Mir sing' ihn gleich! 
„Sonst gieb die Laute! Laß die Becher klingen! 
„Gieb mir die Laute, Greis! Was stehst so bleich? 
„Wagst Du es nicht, will ich zu End' es singen. 
„Ich kenn' Euch! Unheil bringt der Wajdelot: 
„Denn Mord und Brand nur liebt er auszumalen, 
„Uns überläßt den Ruhm er und — die Qualen! 
„Sein Lied, wie nächtlich Hundeheulen droht; 
„Schon in der Wiege, mit Verrätherlust, 
„Schlingt Euer Lied sich um des Kindes Brust, 
„Der Schlange gleich; einflößt's ihm gift'ge Triebe: 
„Der Ruhmsucht Wahn, zum Vaterland die Liebe. 
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