Full text: Konrad Wallenrod

Wiederum sinnet er tief. Hinschauet er lang auf die 
Gattin, 
Thränen ihm kreisen im Blick; er möcht' etwas sagen, und 
wagt's nicht. 
Hat er das alte Gefühl, des früheren Glückes Erinn'rung 
Darum gerufen nur wach, daß er Abschied nehme von 
ihnen? 
All' dieses Abends Gespräch, und all' dies sein zärtlich 
Getose, 
Sollt' es ein Strahl ihm zuletzt nur noch sein von den 
Lustren der Liebe? 
Fragst es vergebens. Sein Weib anblickt ihn, un 
schlüssig noch harrt es, 
Schreitet dann aus dem Gemach, und späht durch die 
Spalten der Thüre; 
Eingoß Walter sich Wein, und leerete manchen der Becher, 
Bei sich behielt er zur Nacht den Wajdeloten, den Alten. 
Aufging die Sonne noch kaum, schon stampft's aus das 
Pflaster, wie Husschlag, 
Sprengen zwei Ritter dahin in's Gebirg mit den Nebeln 
des Morgens. 
Täuschten die Wachen sie all', nur Eine nicht konnten sie 
täuschen: 
Augen der Liebe sind wach — die Flucht hat errathen 
Aldona. 
Abschnitt im Thal sie den Weg — das war ein trübselig 
Begegnen.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.