Full text: Konrad Wallenrod

„Gleicht doch ein Herze so groß, dem Bienenstock, dem zu 
großen: 
„Füllt ihn der Honig nicht an, Eidechsen er dienet zum 
Neste. 
„Heut will ich bleiben daheim; verzeih' mir, Aldona, geliebte, 
„Alles vergessen sei heut, uns selber nur wollen wir leben, 
„Wie wir es früher gewohnt; doch morgen..." er wagt's 
nicht, zu enden. 
Wie drob Aldona sich freut! Die Aermste, schon hofft 
sie auf's Neue, 
Daß sich ihr Walter bekehrt, daß er wieder zufrieden und 
heiler; 
Sieht sie doch minder ihn schon Liefsinnen; der Blick ist 
lebend'ger, 
Röther das Antlitz ihm schon. Den Abend zu Füßen 
Aldona's, 
Walter verlebt ihn zumal; Litthauen, den Krieg und die 
Kreuzherrn, 
Heut' er ein Weilchen vergißt; er spricht von den glück 
lichen Zeiten, 
Da er nach Litthauen kam, und zuerst mit Aldona ge 
sprochen, 
Da er zuerst mit ihr ging in das Thal; von der Liebe, 
der ersten, 
Kleinen Ereignissen all', doch immer denkwürdig dem Herzen. 
Soll er so trautes Gespräch mit dem Worte: „Morgen" 
zerstören?
	        

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