Full text: Konrad Wallenrod

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Der uns mit Büchsen bewehrt, und allein steht gegen ein 
Kriegsheer? — 
Walter, so komm' und so sei mein Eidam und schlag' Dich 
für Litthau'n! 
Walter Aldona sich nahm. — Gewiß, jetzt, denket Ihr 
Deutschen, 
Sei die Erzählung zu End'. Denn in Euren Liebesromanen 
Endet der Troubadour sein Lied, wenn gefreit hat der Ritter, 
Fügt nur hinzu, daß sie lang' noch gelebt und des Glücks 
sich erfreuten. — 
Walter wohl liebte sein Weib; doch war ihm die Seele 
von Adel, 
Fand nicht im Hause das Glück, wenn das Vaterland es 
entbehrte. 
Kaum war zerronnen der Schnee, kaum trillert die Erste 
der Lerchen, — 
Wonnen verkündet sie wohl den anderen Landen, und Liebe, 
Litthauen aber nur Brand prophezeit sie, und Schlachten 
alljährlich. 
Zahllos zogen in's Land in Hellen Haufen die Kreuzherrn; 
Jenseit des Riemen vom Berg hertrug schon das Echo gen 
Kowno 
Heeresgetös und Geklirr der Waffen und Rossegewieher. 
Schon, wie ein Nebel, sich zog das Lager weithin in die 
Eb'ne, 
Blinkten doch hie schon und da die Standarten der vor 
dersten Posten,
	        

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