Full text: Konrad Wallenrod

Blutes Verwandtschaft und ach! Du, der Freund 
schaft lieblicher Ausdruck, 
Und Du, lieblicher noch, denn alle, Du Namen der Liebe, 
Vaterland ist es allein, das Wort, das Dir gleichkommt 
auf Erden! 
Wie hat so jählings sich mir — denkt Kynstut — ver 
ändert die Tochter! 
Wo ist ihr heiterer Sinn, und wo ist ihr kindlich Ver 
gnügtsein ? 
Geh'n doch die Mägdelein all' im Fest sich am Tanze zer 
streuen, 
Sie aber sitzet allein, oder plaudert voll Eifer mit Walter! 
Müh'n doch die Mägdelein all' sich am Werktag mit Nadel 
und Webstuhl, 
Ihr nur die Nadel entsinkt und sich wirret am Webstuhl 
der Faden, 
Weiß sie doch selber oft nicht, was sie thut, das sagen 
mir Alle. 
Gestern bemerkt' ich es selbst, daß in Grün sie die Rosen 
gestickt hat, 
Daß sie gemalet in Roth mit Seide die zierlichen Blättchen. 
Wie auch wohl konnte sie seh'n, wenn ihr Blick, all' ihre 
Gedanken, 
Suchen nur Walter's Blick, nur Walter's liebfreundliche 
Worte. 
Hieß es, so oft ich auch fragt', wohin sie gegangen? — 
Jn's Thal! doch; —
	        

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