Full text: Konrad Wallenrod

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Und, wie die Kleider so reich, wie so prächtig Vergnügen 
und Kurzweil, 
Und, wie die Ritter so kühn, wenn die Lanzen sie brechen 
im Wettlauf, 
Und, wie die Mägdlein so hold, wenn die Kränze sie 
spenden vom Kreuzgang. 
Walter erzählt' ihr von Gott, von dem großen, der Herr- 
sch et am Niemen, 
Und von dem göttlichen Sohn, von der Mutter, der 
nimmer befleckten, 
Die er in Engelsgestalt vorzeigt ihr in zierlichem Bildchen; 
Immer es trug auf der Brust mit frommem Gemüthe der 
Jüngling, 
Heute nur reicht' er's der Maid, nachdem er bekehrt sie 
zürn Glauben, 
Und auch gebetet mit ihr; denn Alles will er sie lehren, 
Was er nur selber versteht. Doch, ach! er hat sie gelehret, 
Was er bisher nicht verstand: er hat sie gelehret — zu 
lieben. 
Selbst auch empfand er so viel; er lauschte mit zärtlicher 
Rührung, 
Lispelt', die längst er vergaß, ihr Mund ihm lithauische 
Worte; 
Wahrlich! Mit jeglichem Wort erwachten ihm neue Ge 
fühle, 
Wie aus der Asche die Gluth. Das waren süßtönende 
Namen: 
Mickiewicz, Konrad Wallenrod. 4
	        

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