Full text: Konrad Wallenrod

„War auch der Name miv deutsch, doch litthauisch blieb 
mir die Seele. 
„Und um die Heimath der Gram mir blieb, und der Haß 
auf die Fremden. 
„Selber erzog im Palast mich Winrich, Hochmeister der 
Kreuzherrn, 
„Hielt auch zur Taufe mich selbst, und liebte mich, eigenem 
Sohn gleich. 
„Ekelte Langweil mich im Palast, von den Knieen des 
Winrich 
„Floh ich zum Wajdelot, dem Alien, der unter den 
Deutschen 
„Weilte zur selbigen Zeit. In Litthauen einstens gefangen, 
„Dient' er als Dolmetsch dem Heer; und als er von mir 
es vernommen, 
„Daß ich ein Litthauer fei, und verwaist, oft lockt' er mich 
zu sich, 
„Sprach mir von Litthauen nur, und erquickt' mir die 
sehnende Seele, 
„Zärtlich mit traulichem Klang der Muttersprach' und mit 
Liedern. 
„Oft auch mich führt' er hinab zum Gestade des Riemen, 
des blauen, 
„Wo ich es liebte, zu schau'n nach den trauten Gebirgen 
der Heimath; 
„Kehrten zum Schloß wir zurück, die Thränen mir wischte 
der Alte,
	        

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