Full text: Konrad Wallenrod

Konrad erhebt sich: „Schuldigen Tribut 
„Aus unterworf'nem Land, Ihr Rittersleute, 
„Von Städten und von Fürsten Geld und Gut, 
„Nach altem Brauch, empfängt der Orden heute: 
„Der Bettler beut ein Lied mit frischem Muth — 
„Laßt uns — die Huldigung ihm nicht zu wehren — 
„Sein Liedchen, wie der Wittwe Scherflein, ehren! 
„Litthauens Fürst nimmt Theil an unserm Feste: 
„In trauter Muttersprache zu erneuen 
„Erinnerung alter Zeit, wird unsre Gäste, 
„All' seine tapfern Feldherrn, hoch erfreuen. 
„Litthauens Liedchen, wenn auch unverstanden — 
„Mag, wer es nicht versteht, von dannen eilen — 
„Ich liebe seinen düstern Klang zuweilen, 
„So, wie ich liebe wilder Wogen Branden, 
„Im Lenz des Regens Plätschern, lind und leis... 
„Da schläft sichs süß! — Sing' uns Dein Liedchen, 
Greis!" 
Ired des Nnsdeioten: 1 
Wenn Litthauen die Seuche treffen soll — 
Darf man dem Wort des Wajdeloten trauen — 
Des Sängers Blick erräth es ahnungsvoll: 
Die Pestjungfrau^ in weißer Linnen Glanze, 
Sie zeigt sich auf des Kirchhofs öden Auen, 
Die Schläfen rings umflammt vom Feuerkranze,
	        

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