Full text: Konrad Wallenrod

Mit dichtem Bart, vom Alter silberweiß; 
Litthauer oder Preuß' — am Kleid zu sehen — 
Ein Schirm bedeckt ihm Stirn und Augenlicht, 
Sein Haupt die letzten Locken grau umwehen, 
Leid wühlt' und Zeit ihm Narben in's Gesicht. 
Altpreußens Laute trägt die rechte Hand, 
Die Bitte winkt um ein geneigtes Ohr, 
Die Linke, die dem Tisch er zugewandt: 
Man schweigt. „Zch sing' Euch, wie zuvor 
„Den Preußen einst ich sang und den Litthauern: 
„Die Einen starben kühn den Heldentod, 
„Die Andern, in des Vaterlandes Noth, 
„Auf seiner Leiche sich des Todes Schauern, 
„Wie Diener, treu dem Herrn zu allen Zeiten, 
„Auf ihres Gönners Scheiterhaufen, weihten; 
„Schmachvoll verbargen sich in Wäldern Dritte; 
„Wie Witold, Andre sind in Eurer Mitte. 
„Doch nach dem Tod, Ihr Deutschen, laßt Euch sagen, 
„Was sie beginnen, wollen sie, verdammt — 
„Ihr könnt die schnöden Hochverräther fragen! — 
„In jener Welt, von ew'ger Gluth umflammt, 
„Ihr Leid im Paradies den Ahnen klagen? 
„In welcher Sprache fleh'n sie insgesammt? 
„Versteht der Urahn seiner Enkel Schaaren? 
„Sie reden Deutsch, die Sprache der Barbaren! 
Mickiewicz, Konrad Wallenrod. 3
	        

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