Full text: Konrad Wallenrod

Zuwirft dem Wälschen einen Beutel Gold 
Konrad, der schlief, und erst, als stumm die Lieder, 
Von wüstem Lärm erwachte jählings wieder, 
Und ruft: „Mir, Einem, hast Du Ruhm gezollt, 
„Den Lohn kann Dir der Eine bieten nur — 
„Nimm! Fort mit Dir! — „Du, junger Troubadour, 
„Der Liebe sangst, der Schönheit Du zum Preise, 
„Allein die Jungfrau, die Dir mit Gekose 
„Dankbar den Busen schmückt mit stolzer Rose, 
„Verzeih, sie fehlt in unserm Ritterkreise! 
„Hier welken Rosen, andrer Barden Sang 
„Der Ordensritter heischt: wie Waffenklirren, 
„Wie Trommelschall und wie Drommetenklang, 
„So wild, so grausig soll er mich umschwirren, 
„So düster, wie des Klosters öde Räume, 
„So feurig, wie des trunknen Buhlers Träume! 
„Für uns, die wir noch Menschenopfer bringen, 
„Das Fest verkünd' ein Lied, das Rührung weckt, 
„Zorn, oder — Langweil! Wollt' ein Mordlied singen, 
„Das die Ermüdeten vom Schlummer schreckt; 
„So, wie wir leben, soll ein Lied uns klingen! 
„Wer singt es, wer?" — 
Da ruft: „„Ich sings... Ich will""... 
Ergrauten Haars, von jener Thür ein Greis; 
Dort unter Knappen, Pagen saß er still,
	        

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