Full text: Konrad Wallenrod

„ „So dacht' ich mir: Vielleicht zur Abendstunde, 
„„Zu plaudern mit der Fluth, des Windes Rauschen, 
„„Wird er entfliehen der Gefährten Runde, 
„„Gedenken mein, und — meine Stimm' erlauschen! 
„ „Der Himmel stillt' unschuld'gen Wunsch — Du kamst, 
„ „Verstandst das Lied, das Du von mir vernahmst. 
„ „Einst fleht' ich: möchte, meine Träume mild 
„ „Verklärend, wenn auch stumm, Dein Bild erscheinen — 
„„Und heut so viel des Glücks! Mein Wunsch gestillt 
„„Mit Dir zu — weinen...." " 
Konrad: 
„Doch was nützt das Weinen? 
„Ich weinte — weißt Du? — als aus Deinen Armen 
„Das Loos mich ewig riß, als ich entsagte 
„Freiwillig meinem Glück, und ohn' Erbarmen 
„Cs auf ein blutig Unternehmen wagte! 
„Jetzt, da am Feind mir Rache will gelingen, 
„Da ich am Ziele meiner Wünsche stehe, 
„Da ich gekrönt die lange Marter sehe — 
„Erscheinst mir Du, den Sieg mir zu entringen! 
„Seit aus dem Fenster Deines Thurms hernieder 
„Zu mir Du blicktest, einzig zugewandt 
„Mein Blick vom ganzen Erdenkreis ist wieder 
„Des Thurmes Gitter nur am Weiher-Strand. 
„Allwärts des Krieges Stimmen mich umschwirren, 
„Ich steh' und lausche mit gespanntem Ohr,
	        

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