Full text: Konrad Wallenrod

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„ „Langweilig-stillen Menschenschwarmes geben! 
„„Die Menschen, sagtest Du, sie gleichen fast 
„„Den Muscheln, tief verborgen im Morast: 
„„Einmal im Jahr ein Ungewitter kaum 
„„Lockt sie hervor aus trüber Fluthen Raum; 
„ „Einmal zum Himmel seufzt und schnappt ihr Mund, 
„ „Dann kehren sie zurück zum Grabesschlund. 
„ „Nein, nimmer ich nach solchem Glücke strebte; 
„ „Manchmal inmitten der Gespielen Kreise, 
„ „Als ich noch still im Vaterhause lebte, 
„„Ein Sehnen fühlt' ich schon, und seufzte leise, 
„ „Unruhig schlug das Herz mir, und erbebte. 
„„Manchmal, entfloh'n dem niedern Wiesenraine, 
„„Erkletterte den höchsten,ich der Hügel, 
„„Und dachte mir, gab' ihrer Federn Eine 
„„Doch jede Lerche mir aus ihrem Flügel: 
„ „Mit slög' ich, mir vom Berg ein Blümlein pflücken, 
„ „Nur Eins — Vergißmeinnicht . . . Fort schwebt 
ich, fort, 
„ „Hoch — höher, als die Wolken, mit Entzücken, 
„„Und endete mein junges Leben dort! 
„ „Da hörtest Du mich, Fürst der Vögel, an, 
„ „Hast mich mit Adlerflug zu Dir erhoben! 
„„Jetzt bitt' ich nichts von Euch, Ihr Lerchen, mehr: 
„„Zu welchen Wonnen soll noch fliegen, wer 
„„Den großen Gott erkannt im Himmel droben, 
„„Und liebt aus Erden — einen großen Mann?"" 
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