Full text: Konrad Wallenrod

Dort tapfre Reußen, da der Krim Tartaren. 
Schutzsuchend war beim Orden angekommen, 
Witold, deß Thron Jagiello eingenommen, 
Als Lohn verheißt er Schätze, Land und Leute, 
Doch harrt umsonst der Hülfe er noch heute. 
Die Brüder murren in des Rathes Kreis, 
Kein Meister läßt sich sehn — in der Kapelle, 
Im Schloß umsonst sucht Halban ihn, der Greis 
Wo ist er? Sicher an des Eckthurms Schwelle: 
Die Brüder spürten aus, wohin er schlich; 
Wenn Dämmerung verschleiert rings die Lande, 
Wie männiglich bekannt, allabendlich 
Irrt Konrad an des Weihers Uferrande; 
Im Mantel, an des Thurmes Wand geschmiegt. 
Daß einem Marmorbild von fern er gleicht, 
Cr manchmal bis zum Morgen knieend liegt, 
Die ganze Nacht kein Schlummer ihn beschleicht. 
Konnt' auch kein Wort von fern das Ohr verstehen, 
Was leise rief die Klausnerin herab, 
Was er, erhebend sich, zur Antwort gab, 
Verrieth es doch des blanken Helmes Drehen, 
Das hocherhob'ne Haupt, der Wink der Hand, 
Daß wichtig der Gespräche Gegenstand.
	        

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