Full text: Konrad Wallenrod

Litthauens Maid lag unsrer Jugend Blüthe 
Zu Füßen, die wie Tulp' und Ros' erglühte. 
Wilija nicht nach Kowno's Blumen trachtet, 
Nur mit dem Niemen knüpft sie Liebesbande; 
Litthauens Maid nicht unsrer Knaben achtet, 
Sie liebt den Jüngling nur aus fremdem Lande. 
Wilija faßt der Niemen, starken Armes, 
Durch Klippen trägt er sie und wilde Leere, 
Preßt an die kalte Brust sein Lieb, sein warmes, 
Und — stirbt, mit ihm vereint, im tiefen Meere. 
Litthauens Maid, der Fremdling hat entzogen 
Auch, Aermste, Dich der Heimath Deiner Lieben: 
Auch Du versinkst in des Vergessens Wogen, 
Nur trauriger, da Du allein geblieben. 
Vergebens ist es, Herz und Strom zu warnen: 
Die Maid wird lieben, die Wilija fließen; 
Wilija wird ihr Niemen doch umgarnen, 
Die Maid im Eckthurm Thränen viel vergießen.
	        

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