Volltext: Konrad Wallenrod

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Wenn er im Geist durcheilt sein Erdenleben, 
Sein Hoffen all, sein Dulden und fein Streben, 
Bis er im Halbschlaf senkt die Stirn zur Brust. 
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Noch andre Ritter wandeln durch die Flur; 
Bei Seite nimmt, und zu sich winket leise, 
Ausbeutend so die Zeit, der Groß-Comthur — 
Halban, die Ersten auch im Bruderkreise, 
Auf daß da, wo ihn keine Neugier störe, 
Indeß man plaudernd schritt zum Schloß hinaus. 
Er Rath ertheile, oder Warnung höre. 
Des Weges wurde nicht geachtet drauß: 
Man irrte stundenlang am Weiher hin. 
Es tagt; sie kehren heim; da ruft es: . . . Wer? 
Woher? — Vom Eckthurm dort die Klausnerin. 
Man steht und lauscht und staunt... Einst kam hieher 
Zum Thurm gewandert mit ergebnem Sinn — 
Zehn Jahre^mögen just vergangen sein —, 
Marienburgs Bewohnern unbekannt, 
Ein frommes Weib g aus weitentlegnem Land... 
Ob ihr der Himmel gab den Vorsatz ein? 
Ob sie, gequält von nagendem Gewissen, 
Nur schmachtet nach der Buße Balsamkissen? 
Sie suchte Zuflucht in der stillen Klause, 
Und fand — noch lebend, hier ihr Grab, das grause!
	        

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