Full text: Konrad Wallenrod

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Heiland, uns verbunden, 
Wink mit allmächtiger Hand uns, und sage, 
Wen Du werth befunden, 
Daß er Deiner Wunden 
Heilig Zeichen ruhmvoll trage, 
Daß er mit des Petrus Schwert Deine Schlachten schlage. 
Deines Reichs Standarten halte, 
Vor der Heiden Blick entfalte! 
Erdensöhne, laßt vor Dem Stirn und Herz uns neigen, 
Dessen Brust des Kreuzes Stern schimmernd uns wird zeigen! 
X X 
X 
So flehn sie. Heißt der Groß-Comthur zuvor 
Wahlmänner, Brüder und Caplane gehen, 
Nach kurzer Rast, noch einmal auf das Chor, 
Um Licht und Kraft zur Wahl Gott anzuflehen. 
Dann gehn sie, an der Nachtluft sich zu kühlen. 
Still ist die Mainacht, angethan zum Wandern; 
Ermattet von der Reise noch, der schwülen, 
Die Einen sitzen auf des Kreuzgangs Stühlen, 
In Hain und Garten sich ergehn die Andern. 
Von fernher dämmert schon des Morgens Grau; 
Der Mond mit wandelbarem Angesichte 
Bald träumt in Wolken, bald im Silberlichte, 
Senkt einsam, still das Haupt, die Saphirau 
Durchschreitet er, wie wenn im Wüstenwandern 
Ein Liebender dem Sinnen sich ergeben, 
Bald Thränen weint, bald um sich schaut in Lust,
	        

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