Full text: Konrad Wallenrod

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Dm Türken durch das Meer, mit seinen Hieben, 
Wenn es zu entern galt der Heiden Kiel. 
Wer wagt, mit ihm zu brechen eine Lanze, d 
Wenn, trat er in die Schranken im Turnier, 
Es ihm gefiel, zu öffnen das Visier, 
Den Alle schmückten mit dem ersten Kranze? 
Nicht durch sein Schwert nur in der Kreuzherrnjugend 
War er berühmt in seiner Jünglingszeit, 
Auch allezeit ihn zierte Christentugend: 
Armuth, der Welt Verachtung, Sittsamkeit. 
Konrad nicht hielt durch Hofgunst sich geehrt, 
Durch Complimente nicht mit Schmeicheltone; 
Und nimmer gab um schnöden Lohn sein Schwert 
Er feil dem Dienste streitender Barone. 
Im Kloster still die Jugend er verlebte, 
Verschmähte Beifall, Aemter, Rang und Gunst; 
Auch süßern Lohn er nie für sich erstrebte, 
Der Schönheit Huld, des Minnesanges Kunst. 
Anspricht das Alles nicht den kalten Geist: 
Gleichgültig hört das Lob er, das ihn preist — 
Ein schönes Antlitz schaut er nur von ferne, 
Bezauberndem Gespräch entflieht er gerne. 
War stolz er und gefühllos von Natur? 
Ward er's im Alter? Gaben Schicksalsschläge
	        

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