Full text: Liederbuch für die im Gutenbergbunde vereinigten Buchdrucker

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festen Orakel, Und der Dichtkunst Meisterstück Zieht in Schaaren vom Te- 
nakel Durch die Welt im Augenblick. Chor: Stille, wenn die Ballen 
pochen! Stille, wenn der Deckel fällt! Horcht! es wird zur ganzen Welt 
Hier ein großes Wort gesproehen. 
3. Ueber Berge, Thal und Meere Eilet schnell von Ort zu Ort Tau 
sendfach das Wort der Lehre Und die neue Zeitung fort. Was die Men 
schen, eure Brüder, Auf der ganzen Erde trifft, Meldet diese Kunst euch 
wieder, Schneller als die schnellste Schrift. Chor: Sie erzählt der Deut 
schen Siege Und Brittanniens Parthei'n, Und vom Padus bis zum Rhein 
Frankreichs leiehenvolle Kriege. 
4. Und des Herrschenden Befehle Kommen kaum aus seiner Hand, 
Macht sie ohne Schwert und Kehle Unsre Kunst sogleich bekannt. Daß 
des Aberglaubens Mängel Nicht die Menschen ferner neckt, Wird durch 
Ballen und durch Bengel Allen Augen aufgedeckt. Chor: Eilt, ihr mun 
tern Druckerchöre, Schwärzet, rollet, preßt und schiebt, Munter, daß es 
Bogen giebt, Und die Welt die Wahrheit höre! 
3. Macht, ihr giftigen Kabalen, Still und heimlich euren Plan! Bergt 
euch vor der Sonne Strahlen, Hier wird Alles aufgethan! Unsre Kunst 
kann mächtig retten, Alles Gute stellt sie her; Mancher Thorheit Centner- 
ketten Macht ihr Zauber minder schwer. Chor: In den hochbeglückten 
Landen, Wo die Druckerkunst gedeiht, Weilet die Gerechtigkeit, Wird der 
Bosheit Werk zu Schanden. 
6. Welches Menschen Schatz erschwänge Sich zur Lust, zum Unterricht, 
Guter Bücher eine Menge, Gäb' ihm diese Kunst sie nicht? Daß die 
Armen wie die Reichen Sich der Musen Dienste weih'n, Nicht vor schnödem 
Golde weichen, Dankt man dieser Kunst allein. Chor: Wenig fordert 
sie zum Lohne, Sendet um geringes Geld Mild und freudig durch die Welt 
Meisterwerke jeder Zone. 
7. Huldigt ihr, der Thonkunst Söhne Und der Sänger frohe Schaar. 
Seht, sie stellt euch eure Töne In den schönsten Formen dar. Und die 
Schriften zu verschönen, Machen Meister sich zur Pflicht: Deutsche sollt ihr 
nicht mehr höhnen, Stolze Fremde, länger nicht! Chor: Welche Schärfe, 
welche Fülle! Preiset jeden, der gewandt, Schön're Formen sich erfand: 
Br eit köpf, Didot, Baskerville. 
8. Daß die Wissenschaften blühen Und wir ihrer uns erfreu'n, Danken 
wir nur dem Bemühen Unsrer edlen Kunst allein. Darum stimme, sie zu 
preisen, Wer die Menschen liebet, ein! All' ihr Guten! all' ihr Weisen, 
Schließet euch an unsre Reih'n! Chor: Blüh' o Kunst! in allen Lan 
den, Bon der Donau bis zum Belt! Kunst, die zu dem Heil der Welt 
Gutenberg und Faust erfanden! 
39. 
Jubel-jähriges Gedenck- vud Dancklied von der edlen Kunst der 
Buchtruckerey. Dieser edlen Kunst zu Ehren gelichtet vnd auffge- 
richtet durch deroselben Kunst Liebhabern M. David Pecken. 
Leipzig Anno MDGXL. 
Im Thon: O HErre GOtt, Dein Göttlich Wort. 
1. O Höchster Hort, Dein Göttlich Wort Ist lang im finstern blieben. 
In allem Land Ward Menschen Tand Bnd Grewel gnug getrieben: Doch
	        

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