Full text: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

RUODLIEB. 
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Gegen den sclilufs dieser partie trifft der grofse kö- 
nig mit den seinigen *) anstatt zu der mit dem kleinen 
verabredeten Zusammenkunft; auch die gefangenen, na 
mentlich jener feindselige comes, sollen wolgenahrt und 
gerüstet mitgebracht werden. Im dritten Fragment sind 
beide könige, der eine diesseits, der andere jenseits der 
grenzbrücke, mit ihrem liofstaat gelagert. Nachdem der 
grofse könig in eile (properantius) messe gehört, ladt 
er den andern durch unsern beiden zur Zusammen 
kunft an der brücke ein. Hier wird friede und Freund 
schaft geschlossen und werden die gefangenen, nament 
lich jener graf, stattlich geschmückt, zurückgegeben, 
Hierauf hält jeder mit den seinigen mittag. Es folgt 
eine beschreibt!ng der geschenke, die der kleine für den 
grofsen, und dessen gefolge, zumal unsern beiden 
als Friedensstifter bereit hält, Gold und silber und 
pfelle (pallia), panzer, lielme, pferde, maulthiere, wald- 
esel, kameele, zwei leoparden, zwei lüwen, ein paar 
kunstreiche tanzbären, ein Jyncus, aus dessen harn 
man den edlen stein ligurius bereitet, wozu das ver 
fahren weitläufig angegeben wird, ein affe, eine meer- 
katze, zwei Sittiche, endlich nicht zu vergessen ge 
lehrte und gelehrsame dohlen und staare. Der kleine 
könig begibt sich zum grofsen und ladt ihn ein, die 
geschenke zu empfangen. Dieser, nachdem er vorher 
die seinigen gebeten, zu thun, wie er selber thun 
werde, kommt mit ihnen dahin, wo die geschenke ihrer 
warten. Für sich nimmt er von allem nichts, als das 
bärenpaar, eine elster und einen staar für seine toch- 
ter. Auch will er nicht, dafs deu seinigen etwas ge 
schenkt werde, aufser den zwölf abten, denn von die 
sen werde es ja reichlich vergolten durch fleifsiges be- 
*) Satrapae comitesque . . . pontifices, abbates duodeni.
	        

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