Full text: Lateinische Gedichte des X. und XI. J[ahr]h[underts]

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WALTHARIUS. 
gen üblich war, wurde den Leiden noch nach allem 
brauch gold auf Schilden ausgetheilt; vgl. Roth. 3046. 
aber eine andere ermessung dargebotnen goldes, im sinne 
des höchsten alterthums , soll uns das gedieht hernach 
noch kennen lehren. 
Einen eigentliümlichen ausdruck, obgleich nur les- 
art von B, habe ich nicht tilgen dürfen: taliter in no- 
nam conflictus lluxerat undam 1343 , der kampf wahrte 
bis zur neunten welle, wobei auch fluxerat ("wogte) zu 
erwägen ist. die übrigen liss. geben lioram, weniger 
gut. der letzte kampf zwischen den dreien hatte früh 
morgens zur zweiten tagesstunde angehoben (1285), wie 
hätte er, nach allem was davon erzählt wird, acht 
stunden lang bis zur neunten, unsrer weise zu reden 
gemäfs weit in den nachmittag, sich erstrecken sol 
len? jene redensart enthält eine viel kürzere, aber 
dichterische Zeitbestimmung, welche abschreiber oder 
nacharbeiter nicht mehr verstanden und mit einer ge 
wöhnlichen vertauschten. Die wellen halten dreischlag: 
die dritte (tqixvjiucc) ist stärker, als die beiden ersten, 
die sechste noch stärker, die neunte am allerstärksten, 
daher decumanus fluctus *). es soll also dadurch die 
Schnellheit des raschen Streites, nicht seine lange dauer 
bezeichnet werden. 
Waffen und rüstung. Der speer heifst hasla, lia- 
stile, cuspis, lancea, contus. beiwörter: longa cuspis 
931; nodosa basta 888; coruscans liasta 542 (hastam 
coruscat Virg. Aen. 12, 431); contus ferratus 964; fra- 
xineum hastile 1295 (eschiner Schaft); hasta amica 921; 
inaligera hasta 1287 (vgl. vulnigera ulna 1389.) fraxinus 
•) Ovid. Trist. I. 2, 49. 
qui venit hic fluctus, fluctus supereminet omnes : 
posterior nono est, undecimoque prior.
	        

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