Volltext: Deutsche Grammatik. - Teil 3

74 III. pronominalbild, umfchreib. goltgeb. teil. 
pronomina wie das altn. nacqvar nehmen, d. h. ihnen 
urfpriinglich negativen finn *) beilegen, der fich in den 
poütiven umgedreht hat? 
2. in der oberd. volksfprache gellt dem interrogativ 
bisweilen die redensart got gab (deus det, velit) fall 
ganz wie das eben abgebandelte niweig vorher. Dal'y- 
podius führt in feinem dict. (Argeilt. 1537- 344 b ) auf: 
gottgeb wer (quisquis, quicunque) gottgeb wie (utcunque) 
gottgeb wo (ubicunque) gottgeb wohin s (quocunque) 
gottgeb welchen weg auß (quoquo verfum) gottgeb zu 
welcher zeit (quando.cunqiie); Seb. Frank Ich reibt gott 
geh wer lie fei f. wer iie auch fei. andere belege bat 
Schm. 9, 83* Es wird dadurch gleichfam die beltimmung 
des ungewiffen der höchlten hand heimgeftellt. im Kuh- 
läiidchen bedeutet gotgciv, gotgä meinethalben (d. h. 
mir ilt alles recht, was gott verhänge) Meiriert p. 398* 
und fo gebraucht Keiferlperg gotgeb. Oineiß 9 b 10 b bäum 
der feligk. j3 c * d * Der Schweizer laßt fogar gott aus 
und lagt gebwie (utcunque) Stald. 1, 433* 434« ■> doch 
Pictorius 190 b hat - gottgäb war (quisquis, quicunque) **). 
In der fchriftfprache kann dafür gottweiß gebraucht 
werden: gottweiß wer (irgendwer) gottweiß wo (irgend 
wo), wie im franz. dieu fait qui, dieu lait oü. Man 
vergl. das poln. bogday, boday, dali bog 9 bog wie; das 
böhrn. buhcld, bolidd, ddli buh — gottgeb, gottweiß, 
wills gott. Das mhd. wigze chrilt hebt bloß beiheuernd. 
Aus der älteren fprache kann ich auch kein got gebe, 
oder ein analoges welle got vor dem pronomen nachwei 
fen, nähere aufmerkfämkeit wird lie vielleicht entdecken. 
3. Die alte fprache bedient lieh zuweilen des fubft. 
teil für aliquid befonders gilt das vom agf. dceL 
*) fie fchienen etwa mit der einfachen negatiou ne (non) 
compouiert, die practifeh negativen pronomina hingegen mit ni 
(nec); fo ftellen fich beide formell ganz nahen hildungen gegen- 
über: böhm. nekdo (aliquis) nikdo (nemo); altfb njekto (aliqnis) 
nikto (nemo) njekogda (aliquandö) nikogda (nunquam); ferb. 
lietfchij (aliqnis) nitfchij (nemo); poln. nieiaki (aliquis) niiaki 
(ueuter); böbm. nekam (irgendhin) nikam (nirgendhin) u. f. w. 
gleichwohl läßt fich wider diefe erklärung des njekto, nekdo 
einwenden, daß die negatiou ne ein reines e hat, kein je, e; 
nur das poln. nieiaki ftimmt völlig zu nie (non). 
**) nicht unähnlich das dän. (nicht fchwed.) optative gid, das 
man aus give gud erklärt (dautk ordh. 2, 356 a ) wenn es nicht zu 
dem verbum gide (valere) gehört, ficherer zu vergleichen ifr die 
oherd. redensart gottmerlcit, gottvcrfprich , goppelfprich , gottikeit t 
gottwolkeit f. fcilicet. Stald. 1, 467- Hofer 1, 311. Schm. 2, 8h
        

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