Volltext: Deutsche Grammatik. - Teil 3

© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
70 III- pronominalb. zujummen\ttz. pratjixe. nih. 
(nee ullara) Iiyinn. 4, i; diefe Verlängerung erfcheint 
nach dem neunten jh. nicht mehr. Seit N. gilt überall 
neheiri, zuweilen nechein ge ich rieben , nichein gibt 
noch der cod. pal. 361, 29 d 7i b *). Im 13- jh. hätte 
das Ich wanken der einfachen negation zwilchen den 
formen ne und en auf die pronominalbildung nechein 
gar nicht einwirken dürfen, da fie aus nech-ein, nicht 
aus ne-chein hervorgegangen war; doch dieler orga- 
nifjnus war längft verdunkelt und es begann ein ganz 
analoger wechfel der gleichbedeutigen formen nechein 
und erichein **). Als noch weitere Verkürzung der 
einen oder der anderen kann man das nicht leltne chein 
betrachten, z. b. Parc. 12837. 15476* 17341- 17384. 17492. 
20966. 21189* 21292* 21877; fchlechter fcheint die fchrei- 
bung hein Wigal. 7100. MS. 2, 171 b . Aus dem mhdv 
chein aber hat lieh das nhd. hein (nullus) ergeben ***)♦ 
b. mit huedar: nohhuedar (neuter) hrab. 970 a noh- 
tvethar ker. 206 riohwedar Diut. 1, 262 b - gleichviel 
mit nihuedar. 
c. mit huer? ein nohhuer habe ich nie gefunden; 
allenfalls ließe lieh noh wergin (ntiscjuam) aus O. II. 4, 
213. III. 5, 28 dafür anführen. 
Die altf. partikel lautet nec, in der zufammenfetzung 
aber heißt es nigen (nullus), das ich bisher nur in 
drei Hellen der E. II. und zwar ftets mit einem vor 
ausgehenden gen. pl. angetroffen habe: rinco nigenon 
3, 67; thero manno nigen 27, 15; wordo nigenon 63. 
da kein lat. necunus im finu von nullus gilt, fo verrathen 
die roman. pronomina negus, negun, altfranz. neun, nefun, ital. 
neffuno, fpan. ninguno, port. nenhun deutfehen einlluß, vgl. Rayn. 
1, 245. 6> 186» 192 und degun oben f. 40. Auch ein altflav. ni jedin 
bedeutet nec unus, nullus vgl. Dobr. in Ft, p. 436., der p. 344, 
niedin Jchreibt. 
gegen die verwandtfehaft des mhd. erichein und des neu- 
nord. in gen muß man auf der hut fein, beide bedeuten daifelbe 
und ßnd doch völlig verfchieden gebildet, in letzterem enthält 
das ein die erfie, in erftereui die letztere (übe, weshalb auch eu- 
chein und Ingen zu accentuieren iß. tilgen ifi das goth. äinshun ; 
enehein wäre goth. nihäins. 
*'**) daß das mhd. nehein , enehein zuweilen ullus , das mhd. 
dehein zuweilen nullus bedeuten kann, gehört zu entwickeln nicht 
hierher. In der regel bedeutet aber nehein , enehein nullus (wie 
auch das nhd. kein beweiß) und dehein ullus. Das ahd. nihein 
bedeutet ftets nullus, diheiu ßels ullus.
        

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