Full text: Deutsche Grammatik. - Teil 3

nachtrag, 
© Hessisches Staatsarchiv Marburg, Best. 340 Grimm Nr. L 21 
355- entfchiedne perfonification muß auch der liunger 
gewefen fein, goth. lluhrus, alid. Hunkar, altf. Hun- 
gar, er fährt, geht in der weit umher: ferid unmet 
dtfuJül g r dt Hungar hetigrim obar helido harn Hel. 132,8; 
\ W- ^ er Hunger gie überal, der Hunger lieh breite in die 
werlt wite Diut. 3> 101- 
359> 6. im neutro fcheint vorzugsweife der begrif 
des gemeinen, verächtlichen zu liegen. So find die 
ausdrücke äsj, fuoter unedler als das mafc. mats, fein, 
fpife. Darum fcheint frau edler als weib und viele 
Ichimpfnamen lind neutral. 
369,2- AJhr, der erfle inenfch, aus einer efche ge- 
fchaifen, wie beim Heliod (op. 147) das erfte inenfchen- 
gefchlecht in ftehär* Mau denke an die gr. Meliaden 
(MeXicu)* 
372- die f. 376 bei den apfelarten beobachtete endung 
LING gilt auch characteriftifch von einer menge eßbarer 
fchwäinme. Es lind alfo lauter mafeulina: hrätling; 
brüchling ; füßling ; bülzling ; fleifchling;* Icuhling ; 
jchmerling ; leicht Lin g; fchöberling ; gröbling ; herbfi- 
ling; blütling; brät Urig ; jörling; hirfchling; räß- 
Urig; reibling; röthling; tanneling; Tcaiferlirig; 
häridling ; dornling ; reißling ; Pfifferling ; herbling ; 
Jäuerling; milchling; hreijling; rehling (röhling); 
hünling; täubling; w ei z ling ; iveißhrötlirig ; anger- 
ling ; egartling; dräfchUng oder träufchlirig; Weid 
linge beiderlirig; leedling. Alle diefe nainen habe ich 
aus Popowitfch. Sie lind entweder von dem ort herge- 
nominen, wo der fchwamm wä’chft (angerling “ franz. 
Champignon, von anger, champ; tanneling, dornling, 
der unter tannen, dörnern Hellt), oder von feinem ge- 
fchmack (füßling, fäuerling, herbling, pfifferling pfef- 
ferling, lat. piperitis, ital. peperella), oder von thieren 
(kühling, hirfchling, rehling HZ fungus capreoiinus, 
täubling), welchen er zur nahrung dient, oder endlich 
von andern unbekannten veranlaßungen. Wir fehen 
alfo diefe ableitung auf gewilfe fpeifen: fchwämme, 
äpfel und leuchen (f. 462) angewendet ^ um ihre man- 
nigfaldgkeit zu bezeichnen. Eine männliche ableitung 
mufte gewählt werden, weil fchwamm, apfel und ku- 
chen (oder lladen) mafc. waren. Nebenbei mag, da es 
lauter kleine gegenftände find, die idee von diminution 
walten (f. 682)-
        

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